Interventionsstrategie

Die Probleme sind oft vielschichtig und meist gibt es mehrere Wege zur Verbesserung der Situation. Hilfswerke müssen sich für eine Interventionsstrategie entscheiden. Der Zielbaum kann eine gute Grundlage sein, um die Interventionsstrategie zu erarbeiten.

Beispiel hohe Kindersterblichkeit

Um den besten Weg zu finden, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Was liegt in unserem Einflussbereich, was nicht?
  • Ist der Aufwand gemessen an der Wirkung vertretbar?
  • Welche Voraussetzungen braucht es für eine erfolgreiche Durchführung?
  • Welche Risiken gibt es? Wie wahrscheinlich ist es, dass sie eintreten? Könnten die Auswirkungen den Erfolg des Projekts gefährden?
  • Welche erwünschten oder unerwünschten Nebeneffekte sind denkbar?

Eine Intervention sollte möglichst wirksam sein und der Aufwand, um sie zu realisieren, muss verhältnismässig bleiben. Die nötigen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Durchführung sollten realistischerweise gegeben sein. Es darf keine Risiken geben, die mit hoher Eintretenswahrscheinlichkeit den Erfolg des Projektes gefährden. Unerwünschte Nebeneffekte gilt es möglichst zu vermeiden.

Bewertung verschiedener Massnahmen      
Massnahme Einflussbereich Wirkung Aufwand  Voraussetzung Risiken Nebeneffekte
Gesundheitskurse
Bildung o.k. mittel gering realistisch

gering  positive
Brunnenbau Infrastruktur o.k. hoch  hoch realistisch mittel keine negativen
Medizinische Versorgung Humanitäre Hilfe o.k. mittel mittel realistisch

mittel geringe negativen
Impfung Malaria nicht gegeben
Forschung Malaria nicht in unserem Einflussbereich –  sehr hoch  –

Gewählte Interventionsstrategie

Wir führen in den ärmsten Regionen des Landes A von 2008 bis 2015 ein Programm mit folgenden Projekten durch:

  1. Projekt Gesundheitskurs
    Wir bieten präventive Gesundheitskurse für junge Mütter an, damit sie den Zusammenhang von Trinkwasser und Gesundheit kennenlernen und ihr Verhalten entsprechend anpassen. 
  2. Projekt Brunnenbau
    Wir verbessern die Infrastruktur und bauen Brunnen, damit mehr Leute innerhalb von kürzerer Zeit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben und dieses verwenden, statt das verschmutzte Wasser zu trinken. 
  3. Projekt medizinische Versorgung
    Wir verbessern die medizinische Versorgung für Kinder, indem wir mobile Krankenstationen einrichten und Medikamente abgeben.

Beitrag zum längerfristigen Entwicklungsziel (Wirkungshypothese)

Dadurch, dass dank der vermehrten Verwendung von sauberem Trinkwasser weniger Kinder an Durchfall erkranken und erkrankte Kinder bessere medizinische Versorgung erhalten, soll ein Beitrag zur Reduktion der Kindersterblichkeit in der betroffenen Region geleistet werden (Millennium Development Goal).