Theory of Change

Theory of Change ist ein vom Aspen Institute Roundtable on Community Change, New York, und ActKnowledge, New York, vorgeschlagener und geförderter Ansatz. Es ist zu beachten, dass mit dem Begriff «Theory of Change» in anderem Zusammenhang auch einfach irgendein Wirkungsmodell gemeint sein kann. Theory of Change im hier verwendeten Sinne bezeichnet eigentlich zwei Dinge: Erstens einen systematischen Projektplanungsprozess (Theory of Change Prozess oder Methode) und zweitens eine spezifische Form eines Wirkungsmodells (die eigentliche Theory of Change), welches das Produkt dieses Prozesses ist. Die Grundidee des Prozesses besteht darin, ausgehend von Oberziel und Projektziel des Projekts, zu bestimmen, welche Voraussetzungen (preconditions) das Projekt schaffen muss, damit diese Wirkungsziele erreicht werden können. Dann werden für Voraussetzungen und Ziele Indikatoren zu deren Messung festgelegt und es wird geplant, welche Aktivitäten zur Schaffung dieser Voraussetzungen unternommen werden müssen. Das Ganze wird schliesslich in einem Flussdiagramm respektive Wirkungsmodell grafisch dargestellt. Diese Darstellung ist die Theory of Change des Projekts. Ähnlich wie der Logical Framework Approach ist Theory of Change damit per se keine Wirkungsmessungsmethode, sondern hilft den Projekten und deren Evaluation bei der wirkungsorientierten Planung.

Vergleich Theory of Change und Logical Framework Approach

Gemeinsam ist der Theory of Change Methode und dem Logical Framework Approach die systematische Vorgehensweise, um zu einem Wirkungsmodell zu kommen, und die Messung des Erfolgs mittels Indikatoren. Die Theory of Change Methode unterscheidet sich insbesondere darin, dass das zugrunde liegende Wirkungsmodell offener ist: Es sind viele Zwischenschritte zugelassen, es wird kein streng linearer Zusammenhang angenommen, die Aktivitäten können auf verschiedenen Stufen des Modells angesetzt werden.

Planungsprozess

Der Prozess besteht aus den folgenden 5 Schritten:

  1. Identify goals and assumptions
  2. Backwards mapping and connecting outcomes
  3. Developing indicators
  4. Identifying interventions
  5. Writing a narrative

Im ersten Schritt sollen das Oberziel und die Projektziele partizipativ erarbeitet werden. Ein besonderes Augenmerk wird dabei darauf gelegt, gleichzeitig festzulegen, welche externen Annahmen erfüllt sein müssen, damit diese Ziele überhaupt erreicht werden können. Im zweiten Schritt soll durch Rückwärtsinduktion herausgefunden werden, welche Zwischenresultate (Voraussetzungen) zeitlich und logisch vorher erreicht werden müssen, damit die Projektziele darauf folgen können. Zu beachten ist, dass es sich bei diesen Voraussetzungen (preconditions) ebenfalls um Wirkungen (Veränderungen, Zustände, erreichte Resultate) handeln soll und nicht um Aktivitäten. Auch in dieser Phase soll ein grosses Augenmerk auf die zugrunde liegenden Annahmen gerichtet sein. Das Resultat dieses Prozesses ist eine Wirkungskette (mehrere aufeinander folgende Wirkungen) respektive ein Wirkungsbaum.

Im dritten Schritt sollen für alle Voraussetzungen und Outcomes Indikatoren gefunden werden, damit der Fortschritt des Projekts während der Implementierungsphase laufend überprüft werden kann und schliesslich eine gute Datenbasis für eine Wirkungsmessung zur Verfügung steht. Der vierte Schritt besteht darin, festzulegen, an welcher Stelle in diesem Wirkungsbaum das Projekt seine Aktivitäten entfalten soll. Es wird davon ausgegangen, dass es Schritte gibt, die selbstständig stattfinden werden und andere, bei denen eine Intervention des Projekts (intervention) nötig sein wird. Das Endresultat des Prozesses ist also ein gezeichneter Wirkungsbaum, bei dem an den entsprechenden Stellen Indikatoren, Annahmen und Interventionen eingezeichnet sind.

Im fünften und letzten Schritt soll diese Grafik zusätzlich schriftlich erläutert werden.

Eignung

Als Projektplanungsprozess soll Theory of Change in erster Linie den Dialog zwischen verschiedenen Stakeholdern erleichtern, zur Identifikation von korrekten Lösungen und zur Klärung und Konkretisierung von Zielen und Wirkungen eines Projekts beitragen und wirkungsorientiertes Monitoring sowie Evaluation ermöglichen. Theory of Change ist besonders geeignet

  • wenn komplexe Projekte und Programme geplant werden.
  • wenn Wirkungen des Programms mit einem engen Monitoring- und Evaluationssystems (laufend) erfasst werden sollen.

Theory of Change hat den Anspruch, ein detailliertes Wirkungsmodell und Monitoringsystem zu implementieren und ist dementsprechend aufwändig

Links

Die Theory of Change Methodik wurde in diesem User Guide publiziert:

In diesem Dokument wird die Methode anhand eines realen Beispiels erläutert:

ActKnowledge betreibt eine Theory of Change Website inklusive Online-Tool zum Zeichnen von ToCs.

In dieser Powerpoint-Präsentation werden die Unterschiede von Theory of Change und Logic Model erläutert: