Logical Framework Approach

Der Logical Framework Approach (LFA) wurde in den 60er Jahren für USAID entwickelt. Seither wurde dieser von vielen weiteren EZA-Agenturen übernommen und adaptiert. Unter anderen entwickelte die deutsche GTZ daraus ihre Zielorientierte Projektplanung (ZOPP). Der LFA ist heute weit verbreitet. Die Methodik wird jedoch oft flexibler und pragmatischer gehandhabt als in den 70er und 80er Jahren. Auch viele Ansätze, die unter den Titeln «Results Based Management (RBM)» und «Managing for Development Results» laufen, basieren auf dem Logical Framework Approach oder sind zumindest nahe verwandt.

Der Logical Framework Approach ist ein systematischer, analytischer Planungsprozess für die zielorientierte Planung eines Projekts (oder Programms) und dessen Monitoring- und Evaluationssystem. Grundidee des Logical Framework Approachs ist es, ausgehend von einer fundierten Situations- und Problemanalyse, die geplante Wirkungsweise des Projekts schliesslich auf ein relativ einfaches, lineares Wirkungsmodell (Logic Model) zu kondensieren. Dieses dient als Basis für die Planung des Monitoring- und Evaluationssystems, indem Outputs und Wirkungen des Projekts mittels quantitativer oder qualitativer Indikatoren erfasst werden sollen. Schliesslich werden die Wirkungsweise des Projekts und das Monitoring- und Evaluationssystem in einer standardisierten Tabelle (Logframe) zusammengefasst. Der Logical Framework Approach ist demnach per se keine Wirkungsmessungsmethode. Vielmehr hilft er, Projekte und deren Evaluation ziel- und wirkungsorientiert zu planen.

WICHTIG

Der Begriff Logical Framework Approach (LFA) ist zu unterscheiden vom Begriff der Logical Framework Matrix (LFM), dem sogenannten Logframe. Der Logical Framework Approach ist der gesamte Planungsprozess. Das Logframe hingegen ist ein Produkt davon und eines der Tools.

Planungsprozess

Das genaue Vorgehen wird je nach Quelle leicht unterschiedlich beschrieben. Gemäss den PCM Guidelines der Europäischen Kommission beinhaltet der Logical Framework folgende Schritte:

  • Stakeholderanalyse
    Die Stakeholderanalyse soll klären, wer die Stakeholder (Partner, Zielgruppen, Begünstigte, Gegner usw.), die am Projekt beteiligt und/oder davon positiv oder negativ betroffen sein könnten, sind. 
  • Problemanalyse
    Die Problemanalyse identifiziert die negativen Aspekte der bestehenden Situation. Diese werden in einen Ursache–Wirkung-Zusammenhang gebracht und in einem «Problembaum» dargestellt. Die Erarbeitung des Problembaums wird vorzugsweise partizipativ mit den Stakeholdern erarbeitet.
    Quelle Grafik: SECO (2007)
  • Zielanalyse
    In der Zielanalyse werden Lösungen für die identifizierten Probleme entwickelt. Die negativen Aspekte im Problembaum werden in zukünftig gewünschte, positive Situationen transferiert und in einem Zielbaum mit einer Mittel-Zweck-Logik dargestellt. Im einfachsten Fall hat der Zielbaum die genau gleiche Struktur, wie der Problembaum.
    Quelle Grafik: SECO (2007)
  • Strategieanalyse
    Die Strategieanalyse soll klären, welcher der (üblicherweise mehreren) Wege zum Ziel im Zielbaum am zweckmässigsten und machbarsten ist. Kriterien, die dabei berücksichtigt werden sollen, sind: bereits vorhandene Möglichkeiten, Wahrscheinlichkeit für Erfolg, lokale Ownership, Kosten, Ressourcen, Relevanz, Effektivität, negative Wirkungen usw.
    Quelle Grafik: SECO (2007)
  • Entwicklung der Logical Framework Matrix
    Die Resultate der Logical Framework Analyse (Stakeholder, Probleme, Ziele, Strategien) werden in der Logical Framework Matrix (Logframe) dargestellt. Diese stellt eine Zusammenfassung des Projektdesigns dar. Die einfachste Form des Logframe ist eine Matrix mit 4 Spalten und 4 Zeilen.
Logframe
  Projektbeschreibung Indikator Quelle Annahme
Impact Längerfristige Effekte und Beitrag des Projekts zu den übergeordneten Zielen.
Wie (mit welchen Messgrössen) wird der Impact gemessen, inklusive geplanter Quantität, Qualität und Zeit?
Wie wird die Information gesammelt, wann und durch wen?
 
Outcome Direkter Nutzen und Effekte des Projekts für die Zielgruppen.
Wie (mit welchen Messgrössen) wird der Outcome gemessen, inklusive geplanter Quantität, Qualität und Zeit?
 wie oben Wenn der Outcome erzielt wird, welche Annahmen müssen erfüllt sein, damit zum Impact beigetragen wird?
Output Konkrete Produkte oder Dienstleistungen, die vom Projekt erbracht werden.
Wie (mit welchen Messgrössen) wird der Output gemessen, inklusive geplanter Quantität, Qualität und Zeit?
wie oben
Wenn die Outputs erbracht werden, welche Annahmen müssen erfüllt sein um damit zum Outcome beizutragen?
Aktivitäten Aktivitäten, die unternommen werden müssen, damit das Projekt die gewünschten Outputs erbringt.



Wenn die Aktivitäten ausgeführt werden, welche Annahmen müssen erfüllt sein, damit daraus der Output resultiert?
Quelle: nach European Comission (2004)

Die erste Spalte des Logframe fasst zusammen, was das Projekt tun soll und zeigt den kausalen Zusammenhang der Zielhierarchie auf. Von unten nach oben liegt ihr ein lineares Logic Model zugrunde. In der vierten Spalte werden die sogenannten Annahmen eingetragen. Das sind die externen Faktoren, die möglicherweise oder sicher Einfluss auf den Erfolg des Projekts haben, aber nicht im Einflussbereich der Projektverantwortlichen liegen. Die erste und die vierte Spalte bilden Zusammen die «vertikale Logik» des Logframes:

  • Wenn die Aktivitäten ausgeführt werden und die Annahmen (auf diesem Level) zutreffen, werden die Outputs produziert.
  • Wenn die Outputs produziert werden und die Annahmen zutreffen, werden Outcomes erreicht.
  • Wenn die Outcomes erreicht werden und die Annahmen zutreffen, wird das Projekt zum übergeordneten Ziel beitragen können (Impact).

In der zweiten Spalte werden die Indikatoren eingetragen, mit denen die Zielerreichung auf der jeweiligen Ebene gemessen werden kann. Gleichzeitig wird in der dritten Spalte eingetragen, wie und wo diese Indikatoren erhoben werden können (Quellen oder Means of Verification genannt). Der Zusammenhang zwischen Zielen, Indikatoren und ihren Quellen wird als die «horizontale Logik» des Logframes bezeichnet.

Eignung

Der Logical Framework Approach ist ohne Zweifel ein mächtiges Hilfsmittel um Projekte wirkungsorientiert zu planen. Der Prozess ist darauf ausgerichtet, dass die Wirkungen auch gemessen werden, wobei aber keine explizite Methode zur Messung vorgeschlagen wird. Gut implementiert kann der Logical Framework Approach:

  • den Dialog zwischen allen Beteiligten fördern
  • zur Identifikation von Problemen und korrekten Lösungen beitragen
  • zur Klärung und Konkretisierung der Ziele und Wirkungen des Projekts beitragen
  • Evaluation und Wirkungsmessung ermöglichen und planen

Kritiker des Logical Framework Approach führen an, dass das zugrunde liegende Wirkungsmodell zu einfach für die komplexen Realitäten in der Praxis ist. Weiter auch, dass der Logical Framework Approach einen Tunnelblick fördere und wenig Flexibilität lasse. In der Praxis wird oft ein Logframe (also die Matrix) ausgefüllt, ohne den gesamten Planungsprozess zu durchlaufen. Dann ist die Betrachtungsweise tatsächlich sehr simplifizierend. Gelegentlich wird auch kritisiert, dass dem Logical Framework Approach ein ausgesprochen westlicher Denkansatz zugrunde liegt und dass er in gewissen Kulturkreisen wenig geeignet ist. 

Links

Eine kürzere Einführung in den Logical Framework Approach gibts hier:

Ausführlichere Manuals zum Logical Framework Approach gibt es z.B. hier:

Und viele weitere Informationen gibt es auf Rick Davies’