Grenzen der Wirkungsmessung

So wichtig und legitim die Frage nach der Wirkung ist, so schwierig ist es, sie auch abschliessend, umfassend und eindeutig zu beantworten.

Methodische Grenzen

Auch wenn für einzelne Projekte oder Programme eine Wirkung nachgewiesen werden kann, ist es gerade für Hilfswerke mit vielen verschiedenen Projekten oft schwierig, Aussagen über die Wirkung ihrer gesamten Organisation zu machen oder positive gesamtwirtschaftliche und gesellschaftliche Auswirkungen der Entwicklungszusammenarbeit auszumachen. In einer idealen Welt würde die Wirkung im gesamten System unter Einbezug aller Stakeholder mit rigorosen Wirkungsmessungsmethoden eindeutig nachgewiesen. Dazu wäre die Anwendung quantitativer Methoden notwendig, die mit qualitativen Methoden ergänzt werden, um so eine umfassende Erklärung für die Zusammenhänge und Prozesse zu erhalten. In der Realität sind diese hohen Anforderungen jedoch kaum erfüllbar. Zudem sind die Budgets begrenzt. Wichtig ist, dass jede Organisation Prioritäten setzt und mit einem auf ihre Verhältnisse zugeschnittenen Methoden-Mix, den wichtigsten Ansprüchen gerecht wird.

Ökonomische Grenzen

Die Befürchtung wächst, dass die zunehmend an quantitativen Wirkungsindikatoren ausgerichteten Berichtspflichten so aufwändig werden, dass sie zu viele Ressourcen für die Projektbegleitung statt für die Zielgruppen verbrauchen und dass sie die notwendige Flexibilität in der partizipativen Entwicklungsarbeit behindern. Sinnvoll ist es, jährlich etwa 0,5 bis 2,5% vom gesamten Aufwand für Projekte und Dienstleistungen als Projektbegleitaufwand für die Wirkungsmessung zu budgetieren. In Jahren mit geringerem tatsächlichem Aufwand kann der nicht verwendete Teil als Reserve einem Fonds für Wirkungsmessung zugewiesen werden.

So können spezifische Vorhaben der Wirkungsmessung auch periodisch, z.B. alle vier Jahre, durchgeführt werden. Organisationen mit vielen kleinen Projekten, müssen auswählen, bei welchen Projekten sie die Wirkung messen wollen. Für die Entscheidung bieten sich folgende Kriterien an:

  • Höhe des Projektvolumens Höhe 
  • Höhe der Erwartungen an die Wirkungen 
  • Grad der politischen Bedeutsamkeit

Generell sollte für besonders innovative Projekte, bei denen noch wenig über Wirkungen und Wirkungszusammenhänge bekannt ist, mehr Ressourcen für die Wirkungsmessung reserviert werden als für Routineprojekte.

Normative Grenzen

Ein auf die eigenen Verhältnisse angepasstes System zur Wirkungsmessung hilft jeder Organisation, Antworten auf wichtige Fragen ihrer Tätigkeit zu finden. Die Bedeutung der Wirkungsmessung sollte aber nicht soweit gehen, dass Hilfswerke all ihre Entscheidungen und Aktivitäten den Ergebnisse der Wirkungsmessung unterordnen und nur noch das machen, was auch messbar ist und gute Ergebnisse bringt.